Lyrik & Prosa-LogoAlfred-Müller-Felsenburg-Preis-Verleihung 1988


Am 25.Juni 1988 wurde der "Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur 1988" an
 

Der 1. Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur wird im Juni 1988 von Ulrich Schödlbauer (links) und Alfred Müller-Felsenburg (rechts) an Fritz Nagel (Mitte) überreicht. Fotoausschnitt: privat (hf0910)

Fritz Nagel

vergeben!

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Der 1. Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur wird am 25.Juni 1988 von Ulrich Schödlbauer (2.v.links) und Alfred Müller-Felsenburg (rechts) an Fritz Nagel (Mitte) im Hagener Cafe Bock überreicht. Foto: privat (hf0910)
Verleihung des Alfred-Müller-Felsenburg-Preises: (v.l.) Hans-Werner Gey (Preisgründer), Ulrich Schödlbauer (Laudator),
Fritz Nagel (1. AMF-Preisträger), Alfred Müller-Felsenburg (Namensgeber).

Die Preisverleihung fand im Café Bock in Hagen statt.



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Die Ethik der Nassrasur von Ulrich Schödlbauer, Manutius-Verlag 1997Ulrich Schödlbauer, 2004, Foto: hwg (hf0304)Auszug aus der Laudatio auf Fritz Nagel.
Von
Ulrich Schödlbauer,
die 1997 im Erzählband "
Die Ethik der Nassrasur" im Manutius-Verlag erschienen ist.

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"Meine Damen und Herren!
Stellen Sie sich vor, diese Preisverleihung fände nicht statt: Leere auf den Sitzen der ersten Reihe, die Mitglieder des Preisgerichts einschließlich des Ehrenvorsitzenden glänzten durch Abwesenheit, das Publikum (also Sie) rutschte unruhig auf den sinnreich angeordneten Stühlen dieses Lokals, und in einer Ecke blätterte der nominierte Preisträger mit dem sanften Lächeln des Gefoppten in seinen mitgebrachten Manuskripten, kurz, es träfe ein, worauf im Grunde seines Herzens jeder schön längst einmal gewartet hat -:"

Eine junge Frau in der zweiten Reihe, dunkler Typ, prustete los; ihr Begleiter beugte sich zu ihr, legte die Hand an den Mundwinkel, flüsterte; im Saal herrschte Totenstille. Unbeirrt fuhr Resch fort.

"Und nun zügeln Sie Ihre Vorstellungskraft, konzentrieren Sie sich auf das, was, weil es so ist, wie man es Ihnen gesagt hat, und denken Sie mit mir zusammen darüber nach, daß der Preis, den wir hier und heute vergeben, ein Preis für standhafte Literatur ist, für Literatur also, denn das Epitheton "standhaft" ließe sich mit sozusagen leichter Mühe als Epitheton naturalis qualifizieren, als natürliche Mitgift gewissermaßen, denn Literatur ist entweder standhaft oder sie ist gar nicht, zumindest nicht zu rechtfertigen. Da liegt allerdings das Problem, oder, da wir höflich miteinander umgehen wollen, ein Problem: Standhaft bleibt die Literatur ohne Zweifel dort, wo sie hingehört, im Regal, zur stillen Freude mancher Bibliothekare und zum Verdruß vieler Buchhändler und Verleger, die den Zustand insoweit schätzen, als sie ihn zu beseitigen trachten, eine unendliche Aufgabe auch das...

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