Schuldenspiele von Rainer Küster, 2015, BrockmeyerSchuldenspiele.
Roman von Rainer Küster (
2015, Brockmeyer).
Besprechung von Michael Starcke für LYRIKwelt.de, November 2015:

„Und danke für das Bier. Das war meine Rettung.“
Wer den Autor Rainer Küster näher kennt, weiß, dass er neben seinem beachtlichen Erzähltalent auch ein akribischer Beobachter ist, der die Orte und Handlungen in seinen Geschichten und Kriminalromanen sorgfältig recherchiert und immer für überraschende Wendungen und Momente im Verlauf des Geschehens gut ist.

Er lässt es nicht bei seinen Einfällen bewenden, die den raffinierten Plots seiner Romane zu Grunde liegen, sondern informiert sich bei Fachfrauen und Experten zu ausgesuchten Themen und inspiziert Tatorte persönlich an Ort und Stelle.

So ist es für den Leser ein Leichtes, sich, wenn er Lust hat, persönlich von der Authentizität zu überzeugen, die Küsters Kriminalromanen innewohnt, ein unverwechselbares Wiedererkennungsmerkmal.

Auch „Schuldenspiele“, der neue Kriminalroman von Rainer Küster, spielt wieder im Ruhrgebiet und wie seine Vorgänger wird er spannend und kenntnisreich im typischen lakonisch nahem „Küstersound“ erzählt, wie ich meine.

Als Gast hat das Schauspielhaus Bochum einen Weltstar verpflichtet. Schweizer ist er und spielt auf der Bochumer Bühne, wie sollte es anders sein, den Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell in Schillers gleichnamigem Drama. Die Inszenierung ist ungewöhnlich, modern und spektakulär. Vom Publikum wird sie teilweise frenetisch gefeiert, teilweise kategorisch abgelehnt und von einigen Kritikern auch verächtlich als Regietheater abgetan. Trotz aller Kritik wird der große Star in der Interpretation des Tells vom Bochumer Theaterpublikum bejubelt und bewundert.

Eines Tages jedoch ist dieser Schauspieler über Nacht verschwunden, was zur Folge hat, dass die Polizei eingeschaltet und Hauptkommissar Erich Rogalla vom KK 11, ein alter Bekannter aus  Küsters früheren Kriminalromanen, mit seinem Team beauftragt wird, nach dem Verschwundenen zu suchen. Rogalla ist zunächst überzeugt, dass sich der Gesuchte nur eine Auszeit genommen hat. Daher bemüht er sich nicht besonders, den Fall zu klären bis in der Nähe des Malakowturmes an der Zeche Hannover eine Frau tot aufgefunden wird, die zu ihren Lebzeiten in einer merkwürdigen Beziehung zu dem Vermissten gestanden hat. Jetzt ist klar, dass es Rogalla mit einem Mordfall zu tun hat.

Mehr sei innerhalb dieser Besprechung nicht verraten, nur dass Rainer Küster wieder ein abwechslungsreicher und mitreißender Kriminalroman gelungen ist, bis in die Details kundig und packend geschrieben.

Seine Protagonisten kommen überzeugend daher, unverwechselbare Charaktere, wie der Autor selber einer ist, der in all seinen Romanen die Nähe zum Revier, zum Fußball und auch zu seinem bevorzugten Getränk nicht leugnen kann. Immer wieder versteht er es, Atmosphäre zu entfalten und einzufangen. Der Leser wähnt sich mitten im Geschehen, um dennoch immer wieder überlistet zu werden.

Auch dieser neue Kriminalroman Rainer Küsters „Schuldenspiele“ ist einer der Sonderklasse, ein Muss für jeden Krimifan.

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