Tango im Wind von Gabriele Franke, 2017, Lorbeer VerlagTango im Wind.
Gedichte von Gabriele Franke (
2014, Lorbeer-Verlag).
Besprechung von Hans Gebert für LYRIKwelt.de, November 2017:

Tango im Wind

Man könnte es sarkastisch so formulieren: Nach Schicksalsschlägen fangen Männer an zu saufen, und Frauen greifen zur Feder. Volkshochschulkurse spucken dann Dilletantinnen aus, die uns mit altbekannten lyrischen Bildern quälen.

Frau Franke ist hier eine Ausnahme. Ohne Zweifel verarbeitet auch sie grundlegende schmerzhafte Erfahrungen, die Verse aber, die ihr dazu einfallen, sind von durchaus literarischer Qualität. In den ersten beiden Bänden kann man noch gut die Entwicklung erkennen, die sie menschlich und literarisch durchmacht. Nicht alles wirkt daher wie aus einem Guß, der Versuch der neuen Ausdrucksweise ist noch erkennbar.

Der nun vorliegende dritte Band ist im Ganzen gelungen, Verse, die berühren, Bilder, die erstaunen. Es wird ein großer Bogen geschlagen vom heimatlichen Herrenacker bis zur Belagerung Aleppos. Diese Gedichte unter ihrer Anmerkung "Kritisch" habe ich zuerst gelesen und war voller Erstaunen über diese neue Frau Franke, die ein solch schweres Thema mit Bravour meistert und in gefühlvolle Verse packt. Ich las mich dann durch "Sommergewitter" und "Traumwolken" und wurde immer "aufgeregter", denn ich glaube, hier wächst etwas Großes heran!
Auch ihr Ausflug in's Erotische macht in "Lust" Lust!

"Letztendlich" - auch ein schönes Gedicht - ein gelungenes Buch, das ich nach den Feiertagen noch einmal langsam durchlesen werde, weil ich die Wirkung dieser Verse in Ruhe genießen möchte.

"Tango im Wind" erzeugt "Flugzeuge im Bauch" - mehr kann man von einem Lyrikband nicht erwarten.

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