Tröstlich die grüne Decke von Michael Starcke, 2012, früher vogel1.) - 2.)

Tröstlich die grüne Decke.
Gedichte von Michael Starcke (2012,
Verlag Früher Vogel).
Besprechung von Jürgen Boebers-Süßmann in der WAZ vom 25.11.2012:

Umstandslos anrührende Lyrik
Der bekannte Bochumer Lyriker Michael Starcke hat mit „tröstlich die grüne decke“ einen neuen Gedichtband vorgelegt.

Einmal mehr gelingt ihm das Kunststück, existenzielle Fragen und ganz private Reflexionen zu poetischen Aussagen zu verbinden.

Wer die Texte des Lyrikers Michael Starcke über die Jahre verfolgt hat – und welcher Bochumer Literaturfreund hätte das nicht? – wird den typischen Ton des Mannes aus Weitmar auch in dessen neuem Band „tröstlich die grüne decke“ sofort wiedererkennen. Und sofort wieder schätzen. Denn Starcke gelingt einmal mehr das Kunststück, existenzielle Fragen und ganz private Reflexionen zu poetischen Aussagen zu verbinden, die umstandslos anrühren. Ohne jemals peinlich zu wirken.

Lyrische Aneignungen

Starcke ist und war jemand, der sich seiner Umwelt stets ganz geöffnet hat. Als Lyriker ist ihm alles Versteckspielen, alles Grelle und Vordergründige ein Graus. Stattdessen läuft er, wie es einmal jemand schrieb, „auf der poetischen Parallelspur“ des Lebens. Blüten und Blätter, die Orte der Kindheit, die Stille eines leeren Zimmers, die ziehenden Wolken, die wartenden Engel – alles wird zum Impulsgeber für lyrische Aneignung.

Hier spricht jemand, dessen Unruhe beim Anblick alltäglicher Erlebnisse, schmerzhafter Abschiede und verhaltener Neuanfänge sich sogleich in Sprache verwandelt. Nichts wäre Michael Starcke zu profan, um nicht durch das Innehalten, das beinahe ZEN-hafte Beobachten des Augenblickserlebens Verstärkung und Überhöhung zu erfahren: (aus: freier tag).

Diese „stille Selbstverständlichkeit“ im Schauen, im Reflektieren, schließlich im Nieder-Schreiben ist dem 1949 in Erfurt geborenen Bochumer immer eigen gewesen. War seine frühe Lyrik (etwa „Das nasse Laub der Erinnerungen“ 1988) noch heftig Metaphern-durchsetzt, so ist Starckers reifer Stil heutiger Tage in seiner Präzision fast schon von kristallinem Glanz: Maximaler Ausdruck in verknappter Form, Günter Eich grüßt von Ferne. Starckes Gedichte, tröstlich und melancholisch zugleich, sind anrührend wie der Jahreslauf mit seinem wechselnden Farbenspiel. Nach der Lektüre möchte man zwingend eine Cello-Sonate von Brahms auflegen.

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Tröstlich die grüne Decke von Michael Starcke, 2012, früher vogel2.)

Tröstlich die grüne Decke.
Gedichte von Michael Starcke (2012,
Verlag Früher Vogel).
Besprechung von Klaus Märkert für Rezensionenwelt.de, August 2013:

Der erste Eindruck, der Buchumschlag, das Titelbild. Es entsteht das Gefühl, etwas Wertvolles, Langlebiges in den Händen zu halten, keines dieser Bücher, die kaum ausgelesen aus der Erinnerung entschwinden, als hätte man nie auch nur einen Blick hinein getan. Hinter den Buchdeckeln öffnet sich die lyrische Gedankenwelt von Michael Starcke. Seine Themen sind: Werden - Wachstum - Sterben. Wieder und Wieder. Eindringlich. Naturverbunden. Trost spendend im Augenblick des Abschieds. Ermunternd, sich Zeit zu nehmen, die Dinge zu sehen, wie sie sind, auch wenn kurzzeitig "armselige Hauptsachen" (ein orangefarbener Bauwagen) die Sicht nehmen auf "wunderbare Nebensächlichkeiten" (Naturgeschehen), wie im Gedicht Heute, am 1. Juni so wunderbar trefflich beschrieben.

Als "Schäfer der Worte" bezeichnet sich Michael Starcke selbst in Zug der Regenwolken und wie könnte man das, was ihn als Autor ausmacht, in ein schöneres Bild kleiden?
"nun schaue ich/ auf die erwachende Welt,/als ließe sie sich/gefangen nehmen/in einem kamerakasten." Unterhaltsame Freunde zeigt beispielhaft für Michael Starckes Lyrik mit welch fein gewobenem Humor die häufig melancholische Grundstimmung durchbrochen wird. Beinahe nebensächlich und darum um so beeindruckender.

Tröstlich die grüne Decke ist ein Kleinod an lyrischem Schaffen, dessen Bilder bleiben mögen. Möge Michael Starcke seiner Herde noch lange mit gleicher Sensibilität, Ausdruckskraft, Güte und Freude voran gehen!

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