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Edition
"Die blauen Bücher"
der Stiftung Lyrik-Kabinett

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In unregelmäßiger Folge erscheinen in dieser Reihe Publikationen,
die sich aus unseren Lesungen ergeben haben -
Zum Nachlesen und Wiederlesen.

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Und das schreibt Kirsten Niesler für LYRIKintern, der NEWSletter der LYRIKwelt.de,  No. 02/2012 vom 4.12.2012

Wo die Poesie zu Hause ist
Das Lyrik-Kabinett in München ist für Dichter, Gedichte und Freunde da

So habe ich die Dichtkunst bisher nicht betrachtet. Doch was Maria Gazzetti, seit zwei Jahren Geschäftsführerin des Lyrik-Kabinetts in München, sagt, hat viel für sich. Die promovierte Philologin: „Lyrik entspricht in Kürze und Prägnanz perfekt unserer modernen Welt. Kommunikation besteht oft nur noch aus wenigen Worten wie bei Twitter. Ein Gedicht umfasst in wenigen Zeilen die ganze Welt.“

Im Lyrik-Kabinett, Amalienstraße 83, hat die Welt des Gedichts ein umsorgtes Zuhause gefunden. Die Privatinitiative mit ihren unzähligen Aktivitäten zur Förderung der Dichtkunst ist in Deutschland und darüber hinaus einzigartig. Hier finden Begegnungen und fast jede Woche eine Lesung statt und hier ist das Domizil der mehr als 50.000 deutsche wie internationale Bände umfassenden Lyrik-Präsenzbibliothek, zugänglich für jedermann. Ausgeliehen wird keines der Werke, geliebte Schützlinge gibt man nicht einfach außer Haus. Der Besucher hat so die Gelegenheit, die besondere Atmosphäre dieses Hauses aufzunehmen, dessen großzügige Architektur von Glas und Licht bestimmt ist. Erstausgaben, Raritäten, Manuskripte und andere  bibliophile Kostbarkeiten sind die Kleinode der Sammlung. Studenten, Kritiker, Sprecher, Schauspieler, Lektoren, Journalisten, Herausgeber oder einfach nur Lyrikfreunde kommen hierher. Für so manche Lyrikveranstaltung ist die Bibliothek des Lyrik-Kabinetts die unerschöpfliche Quelle. Seit Eröffnung im Jahr 2005 hat sie sich zur zweitgrößten öffentlich zugänglichen Lyriksammlung in Europa  entwickelt, nach der Poetry Library in London.

Eine der wichtigsten Lyrik-Mäzeninnen in Deutschland

Zu verdanken sind Stiftung, Bibliothek und Edition der Leidenschaft einer Frau, die für eine große Liebe - die Dichtkunst - alles getan und unendlich viel gegeben hat. Ursula Haeusgen wurde in diesem Jahr 70 Jahre alt. Wann genau ihr die Passion zur Lyrik passiert ist, kann sie nicht ausmachen. Allerdings hat sie Gedichte schon immer gern gelesen. Lyrik, sagte sie einmal, sei eine Form von Trost. Doch wie wurde sie zu einer der wichtigsten Mäzeninnen von Lyrik in Deutschland?

1989 wollte die Tochter eines Unternehmers der Hydraulikbranche das Mauerblümchendasein von Lyrik in den Münchener Buchhandlungen beenden und eröffnete am Maximilianplatz, neben dem alten Schuman‘s eine eigene Kellerbuchhandlung nur für Poesie. Fünf Jahre später schloss sie die Tür wieder zu, die Buchhandlung war wirtschaftlich zu unvernünftig. Lyrik-Kabinett-Geschäftsführerin Maria Gazzetti pointiert: „Es war wohl damals schon so, dass anscheinend mehr Leute Gedichte schreiben als lesen.“

Verein, Stiftung, Bibliothek, Begegnungsort

Die Buchhandlung gab es nun nicht mehr, stattdessen gründete Ursula Haeusgen im gleichen Jahr den Verein Lyrik-Kabinett. 2003 folgte die Gründung der Stiftung, 2005 die Eröffnung der Bibliothek in einem eigenen, von der Mäzenin errichteten Gebäude, im Innenhof der Maximilians-Universität. Im Herbst 2006 erschien der erste Band der Edition Lyrik-Kabinett, hrsg. im Carl Hanser Verlag. Ursula Haeusgen ist Mitherausgeberin dieser Reihe. Außerdem fördert sie ganz im Stillen einen kleinen Verlag in Berlin. Die Stiftung Lyrik-Kabinett gibt in loser Folge auch selbst Lyrikbände heraus. Vorsitzende des Stiftungsvorstandes ist die Gründerin selbst, mit Karl Haeusgen engagiert sich auch einer ihrer drei Söhne im Kuratorium. Wer das Lyrik-Kabinett unterstützen möchte, kann zum Beispiel gern dem Freundeskreis Lyrik-Kabinett beitreten: Jahresbeitrag 52 Euro; Studenten und Senioren 26 Euro

Schulprojekt „Lust auf Lyrik“

Die Ideen scheinen den Tätigen des Lyrik-Kabinetts nie auszugehen und nicht wenige Projekte werden vom Wissenschaftsministerium und der Kulturbehörde München unterstützt. Dazu gehört das vor etwa vier Jahren ins Leben gerufene Schulprojekt „Lust auf Lyrik“. Hier dürfen sich Schüler ans Verse schmieden wagen. Viel Anerkennung erfährt die zweimal im Jahr stattfindende „Münchener Reden zur Poesie“ mit bekannten Gastrednern, seit Frühjahr 2011 gibt es dreimal im Jahr „Das lyrische Quartett“ mit drei Kritikern und einem Gast. Das sind nur einige der vielen Aktivitäten zur Begegnung mit Lyrik.

Lyrik haltbarer als mancher Roman

Ursula Haeusgen lässt sich gern auf den Flügeln des Pegasus entführen, gleichzeitig aber hat sie die Gabe, das irdisch Machbare zu erkämpfen. Ihre starke Verwurzelung in der Realität ermöglicht das große und besondere Werk, das sie mit dem Lyrik-Kabinett geschaffen hat. Es entspricht ihrer unternehmerischen Klugheit, dass sie die Weichen für ein Fortbestehen des Lyrik-Kabinetts in die Zukunft hinein längst gestellt hat. Bis vor zwei Jahren leitete sie das Lyrik-Kabinett selbst, Anfang 2010 holte sie sich als Geschäftsführerin Maria Gazzetti und konzentrierte sich selbst auf die Vorstandsarbeit der Stiftung. Maria Gazzetti kam direkt vom Literaturhaus Frankfurt, das sie 15 Jahre geleitet hatte.

Welche Akzente will Maria Gazzetti dem Lyrik-Kabinett noch hinzufügen? Die Literaturwissenschaftlerin, aber auch erfahrene Literatur-Managerin überlegt: „Das Kabinett ist in seiner Struktur gut aufgebaut. Diese Struktur will ich weiter festigen und ausbauen. Was mit mir hinzukommt, ist eine neue Extrovertiertheit. Denn hätte Frau Haeusgen das Lyrik-Kabinett herausgestellt, wäre das gleichzeitig Eigenlob gewesen. Ich kann da freier sein. Eines meiner Ziele ist es, diese aus reiner Privatinitiative erblühte Lyrik-Oase noch viel stärker in der Öffentlichkeit zu verankern. Ich bin da sehr positiv. Lyrik hat eine längere Haltbarkeit als ein Roman. Einen Roman läse man nicht oft wieder.“

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In unregelmäßiger Folge erscheinen in dieser Reihe Publikationen,
die sich aus unseren Lesungen ergeben haben -
Zum Nachlesen und Wiederlesen.

1999

Celan wiederlesen
Jan-Christopher Horak, Klaus Voswinckel, Christine Ivanovic, Fritz Arnold, Friedhelm Kemp.
Mit der bisher unveröffentlichten Besprechung von Peter Gan: Paul Celans deutsche Übertragung der "Jungen Parze" von Paul Valéry.
115 Seiten, Broschur
Buchgestaltung und Typographie von Friedrich Pfäfflin (Marbach).

Celan wiederlesen, 1999, Lyrikkabinett
Band No. 1

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Namenlose Liebe
Homoerotik in der spanischen Lyrik des 20. Jahrhunderts
Eine zweisprachige Anthologie.
Federico Garcia Lorca - Luis Cernuda - Vicente Aleixandre -
Emilio Prados - Juan Gil-Albert - Pablo Garcia Baena - Jaime Gil de Biedma - Francisco Brines - Antonio Carvajal - Luis Antonio de Villenau.
Mit Beiträgen von Michi Strausfeld und Luis Antonio de Villena
sowie mit Autorenporträts und Kommentaren zu den Texten von Horst Weich.
Aus dem Spanischen von Horst Weich mit Unterstützung der Teilnehmer seines Seminars
184 Seiten, Broschur
Buchgestaltung und Typographie von Friedrich Pfäfflin (Marbach).

Namenlose Liebe, Homoerotik in der spanischen Lyrik des 20. Jahrhunderts, 1999, Lyrikkabinett
Band No. 2
-vergriffen-

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2002

André du Bouchet
Bruchstücke vom Berg für die Landstraße verwendet
Gedichte und Aufzeichnungen
Zweisprachig französisch/deutsch
Ausgewählt und übertragen von Sander Ort.
Mit einem Vorwort des Übersetzers und einem Nachwort von Michael Jakob.
233 Seiten, Broschur
Buchgestaltung und Typographie von Friedrich Pfäfflin (Marbach).

Bruchstücke vom Berg für die Landstraße verwendet von André du Bouchet, 2002, Lyrikkabinett
Band No. 3

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2003

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2004

Rudolf Borchardt und Edna St. Vincent Millay
Die Entdeckung Amerikas
Gedichte, Übertragungen, Essays
Zweisprachig englisch/deutsch
Herausgegeben von Gerhard Schuster
Mit Beiträgen von Barbara Schaff und Friedhelm Kemp
306 Seite, Broschur
Buchgestaltung und Typographie von Friedrich Pfäfflin (Marbach)

Die Entdeckung Amerikas von Rudolf Borchardt und Edna St. Vincent Millay, 2004, Lyrikkabinett
Band No. 4

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2005

Philippe Jaccottet
Truinas 21. April 2001
zweisprachig französich/deutsch
Deutsch von Elisabeth Edl und Wolfgang Matz
78 Seiten, Broschur
Buchgestaltung und Typographie von Friedrich Pfäfflin (Marbach)

Truinas 21. April 2001 von Philippe Jaccottet, 2004, Lyrikkabinett
Band No. 5

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2006

Sehen heißt ändern
Dreißig amerikanische Dichterinnen des 20. Jahrhunderts
Mary Barnard, Louise Bogan, Amy Clampitt, Rita Dove, Elaine Equi, Kathleen Fraser, Alice Fulton, Isabella Gardner, Louise Glück, Jorie Graham, Barbara Guest, Ellen Hinsey, Carolyn Kizer, Denise Levertov, Amy Lowell, Marianne Moore, Hilda Morley, Marilyn Nelson, Lorine Niedecker, Sharon Olds, Alicia Suskin Ostriker, Linda Pastan, Adrienne Rich, Muriel Rukeyser, Kay Ryan, Ruth Stone, May Swenson, Marilyn L. Taylor, Mona van Duyn, Miriam Vermilya
Eine zweisprachige Anthologie, zweisprachig englisch/deutsch
Herausgegeben, übertragen und mit einem Nachwort versehen von Jürgen Brôcan
354 Seiten, Broschur.
Buchgestaltung und Typographie von Friedrich Pfäfflin (Marbach)

Sehen heißt ändern, 2006, Lyrikkabinett
Band No. 6

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2007

Andreas B. Kilcher
Geteilte Freude - Schiller-Rezeption in der jüdischen Moderne
Mit einer Edition der hebräischen und jiddischen Übersetzungen der Ode An die Freude
Gedruckt in 500 Exemplaren von Gulde-Druck in Tübingen; gesetzt in Adobe Jenson und HadassaEF.
Von den 500 Exemplaren wurden 50 in Leinen gebunden, numeriert und vom Autor signiert.
ca. 220 Seiten, 23 Abbildungen
Typographie Ittai Tamari (München),
Umschlaggestaltung Friedrich Pfäfflin (Marbach)

Geteilte Freude - Schiller-Rezeption in der jüdischen Moderne, 2007, Lyrikkabinett
Band No. 7

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Enric Casasses Eduard Escoffet Arnau Pons Víctor Sunyol
vier nach
Katalanische Lyrik nach der Avantgarde

Herausgegeben und ins Deutsche übertragen von Àxel Sanjosé
Zweisprachig katalanisch-deutsch
Etwa 112 Seiten, Broschur
Buchgestaltung und Typographie von Friedrich Pfäfflin (Marbach)

vier nach - Katalanische Lyrik nach der Avantgarde, 2007, Lyrikkabinett
Band No. 8

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2008

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2009

Matteo Maria Boiardo
Der verliebte Roland des Matteo Maria Boiardo
erzählt und kommentiert von Florian Mehltretter
mit einer Auswahl der Übersetzung von Johann Diederich Gries.
Mit sieben Zeichnungen von Camillo Genelli
211 Seiten, engl. Broschur
Buchgestaltung und Typographie Friedrich Pfäfflin, Marbach

Der verliebte Roland des Matteo Maria Boiardo, 2009, Lyrikkabinett
Band No. 9

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Francis Thompson
Der Himmelhund und andere Gedichte
Ins Deutsche übertragen nach einer Interlinearübersetzung von Holger Klein und
Paul Wühr.
91 S., 1 Abb., engl. Brosch
Buchgestaltung und Typographie Friedrich Pfäfflin, Marbach

Der Himmelhund von Francis Thompson, 2009, Lyrikkabinett
Band No. 10

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Asher Reich / SAID
Das Haus, das uns bewohnt
Ein israelisch-iranisches Poetengespräch
Mit einem Nachwort von Christoph Lindenmeyer
Lektorat Christian Döring, Berlin
94 S., engl. Brosch., Auflage 500 Ex.
Buchgestaltung und Typographie Friedrich Pfäfflin, Marbach.

Das Haus, das uns bewohnt, Ein israelisch-iranisches Poetengespräch: Asher Reich und SAID, 2009, Lyrikkabinett
Band No. 11

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2012

Jürgen Becker
Scheunen im Gelände
Gedichte
mit Collagen von Rango Bohne
Nachwort von Michael Krüger.
Lektorat: Christian Döring, Berlin.
Buchgestaltung und Typographie: Friedrich Pfäfflin, Marbach.

Scheunen im Gelände von Jürgen Becker, 2012, LYRIK KABINETT/Hanser
Band No. 13

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2014

Trakl und wir,
Fünfzig Blicke in einen Opal

Herausgegeben und mit einem Nachwort sowie einer Lebenstafel
versehen von Tom Schulz und Mirko Bonné.
Mit einem Geleitwort von Hans Weichselbaum

Trakl und wir, Fünfzig Blicke in einen Opal (2014, Stiftung Lyrik Kabinett, hrsg. von Tom Schulz und Mirko Bonné)., LYRIK KABINETT/Hanser
Band No. 1
5

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